Der kleine Filmverriss, Folge III

Battlefield Earth – Kampf um die Erde

Ich muß gestehen, diesen Film lange gemieden zu haben. Eine Story von Scientology Gründer L. Ron Hubbard, verfilmt von einem seiner prominenteren Jünger, schien mir alles andere als verlockend. Erst neulich, als ich mit einer Freundin über Kommentartracks auf DVD bzw. Blu-Ray lästerte, sagte sie mieser als bei diesem Film ginge es nun wirklich nicht, was mich hat hellhörig werden lassen. Für eine Trash-Granate kann ich immer mal 90 Minuten abzweigen, und ging die Sache an, offen für alles wie es nun mal meine Art ist…

Kurz noch die offizielle Beschreibung des FIlms, wie auf der DVD Hülle:

Im Jahr 3000 wird die Welt von übermächtigen, brutalen Außerirdischen, den “Psychlos” beherrscht. Unter der Führung des mächtigen Terl beuten die grausamen Aliens die natürlichen Ressourcen des Planeten aus, während die letzten Menschen in abgelegenen Siedlungen ein hoffnungsloses Dasein fristen – rechtlos, verfolgt und vom Aussterben bedroht. Schon seit Generationen glaubt kein Mensch mehr an die Befreiung – bis sich in einem versteckten Bergdorf ein unerschrockener junger Kämpfer gegen die Unterdrücker erhebt und damit einen dramatischen Kampf um die Zukunft der Erde entfesselt …

Und? stellt sich nun die Frage, War es wirklich so schlimm? Die Antwort ist: ja!

Battlefield Earth ist schlecht, und nicht mal so schlecht es ist lustig schlecht. Inkohärent erzählt, ohne Charakterisierung, voller Figuren die entweder aussehen als hätten sie wochenlang in Müllcontainern gewühlt, oder Klingonen an einem Bad Hair Day, plätschert alles dahin. Durchgehend krawallig hingegen ist die Musik, die einen erahnen lässt wo es dramatisch werden und wo man mitfühlen sollte. Aber das besondere, und da hatte oben genannte Freundin Recht, ist der Kommentar des Regisseurs.

Hier wird das Hohelied auf diesen Film gesungen, mit dem man eine Art Heiligen Gral des Sci-Fi Genres geschaffen hätte, oder so zumindest seine Meinung. Keine Lobhudelei zu plump, kein Name oder namhaftes Werk zu weit entfernt – assoziativ, zeitlich, genremäßig oder qualitativ – um nicht genannt zu werden. Ein vielschichtiges Werk sei dies („many layers of richness“), wer es nicht verstehe der werde irgendwann eines besseren belehrt, so wie bei Blade Runner oder 2001 Odyssee im Weltraum. Auch Fahrenheit 451 wird zu Vergleichen herangezogen. Regisseur Roger Christian brüstet sich seiner Zusammenarbeit mit George Lucas (ausgerechnet an der Gurke Episode I, wo er in der Second Unit war), und verbindet seinen Namen irgendwie mit Akira Kurosawa und Jean-Luc Godard, ich hab an diesem Punkt schon nicht mehr sehr genau zugehört. Auch findet er, Battlefield Earth sei „Schindler’s Listy-like in some places“.

Man habe etwas ganz einzigartiges getan, meint Christian, man habe Farbe eingesetzt, um kenntlich zu machen wo die einzelnen Szenen spielen; so haben alle Außenaufnahmen auf der Erde einen, äh, erdigen Gelbstich. Daß man dies schon zu Stummfilmzeiten praktiziert hat, scheint ihn nicht zu interessieren. Keine einzige EInstellung ist normal, alles ist Dutch Angle, also horizontal leicht gekippt. Dies sei bewusst so gehalten, um die Comichaftigkeit zu unterstreichen, denn in allen Comics sei jedes einzelne Panel so. Als eifriger Comicleser für über 40 Jahre kann ich dies nicht bestätigen.

Ich könnte mich an dieser Stelle noch weiter ereifern, lasse es aber lieber. Wer hartgesotten genug ist, möge ich dieses Machwerk selbst antun, aber die sieben Golden Raspberries sprechen wirklich für sich, Eine davon wurde dem Film übrigens in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar verliehen, für, ich zitiere,
„John Travolta und jeden der gemeinsam mit ihm auf der Leinwand zu sehen ist“.

„You see? You see? Your stupid minds! Stupid! Stupid!“
- Alien-Oberbösewicht in Plan 9 from Outer Space

„Stupid humans!“
- Alien-Oberbösewicht und Co-Produzent John Travolta in Battlefield Earth

 

„Schindler’s Listy like“, ich komme nicht drüber weg…

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In stillem Gedenken

an eine der besten Serien, die je im Fernsehen liefen

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Hol das Stockerl

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Ach, das war nicht leicht. Nach Sichtung und öffentlicher Lesung vor handverlesenem Publikum samt Auswertung durch ein original Applaus-O-Meter aus dem Nachlass Hans-Joachim Kulenkampffs blieben drei Finalisten. Dieser drei Kommentare wurden mit vier verschiedenen Plagiasssuchprogrammen auf Originalität getestet. Dann habe ich sie im Katzenstreu gewendet. Absorbiert wurden sie in folgender Reihenfolge:

Platz 3: Sabine

Rapunzels Haare hatten auf dem zweiten Bildungsweg doch noch die Kurve gekriegt und verdingten sich jetzt bei Feng Pfuis menschlicher Pyramide zwar nicht als Büsten- aber doch immerhin als Schenkelhalter an der Basis.

Platz 2: Wortmischer

Der wissenschaftliche Fortschritt ermöglicht neue, ästhetische und Generationen übergreifende Formen siamesischen Mehrlingsdaseins.

Platz 1: DocTotte

Koki Yamura war sich sicher: Irgendwo in der Bondage-Anleitung aus Shades of Grey war ein unverzeihlicher Fehler. Aber auch mit Hilfe seiner Freunde konnte er ihn einfach nicht entdecken.

Wir sehen uns also am Freitag auf seinem Blog wieder. Lieber Doc, ich hoffe du kramst tief in deiner Bilderkiste. Die du ja wohl hast. Das war Teilnahmebedingung. Ach, hatte ich nicht…? Ist jedenfalls Teilnahmebedingung!

 

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Hongkong Schnickschnack

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Beim ersten Mal tut’s noch weh? Kann ich nicht behaupten. Mit großer Freude sah ich zu, als sich der von Herrn Bee herübergebeamte Pokal hier materialisierte. Irgendeinen Blumentopf musste ja selbst ich mal gewinnen, und länger als eine Woche überlebt bei mir sowieso keine Pflanze, das Töpfchen wird nächste Woche also blitzeblank wieder übergeben werden.

Die Regeln sind simpel. Bild ansehen, Synapsen feuern lassen, und in die Tasten hauen. Es geht alles, Überschriften, Unterschriften, imaginäre Sprech- oder Gedankenblasen (aber bitte nicht zu imaginären Bildern, sondern zu diesem hier).

Abgabeschluß ist Dienstag, der 2. April, um 23:59:59 Uhr. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Mitglieder und Bedienstete des chinesischen Wanderzirkus, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Der kleine Filmverriss, Folge II

Abraham Lincoln, Vampire Hunter

 
Junge, junge, bei mir braucht´s ja einiges, mich kann man mit ziemlich allem begeistern, von ArtHaus bis Trashgranate. Aber was war das denn bitteschön? Habe ich Twilight Filme (und Bücher) gemieden wie die Pest, um dannfreiwillig in solchen Schund zu gehen?
Eine Vampirklamotte mit diesem Titel, die sich so bierernst nimmt daß sie dem Publikum nicht mal unfreiwillig ein paar Lacher entlocken kann, oder empfanden die alle das als großes Drama?

Da werden Bäume mit einem Hieb gefällt, Pferde auf Widersacher geworfen, da gibt es Gemetzel ohne Ende von dem man kaum etwas sieht, weil der Regisseur sich wohl in einen Kunstgriff verliebt hat an dem man sich schon lange totgesehen hat, in dieses schnell-schnell-schneller-suuuuuuperzeiiiitluuuupe, schnell-schnell-schneller-suuuuuuperzeiiiitluuuupe. Diese Technik dominiert alle Action- und Kampfszenen, und davon gibt es reichlich. Gar nicht zu reden von den Szenen mit der Pferdeherde und dem Zug auf der brennenden Brücke. Also da war ja Van Helsing noch besser, und der war schon mies.

Daß man durchaus unterhaltsame Vampirkomödien drehen kann bewies schon Roman Polanski mit Tanz der Vampire, dann gab es auch noch The Lost Boys, Fright Night und Lesbian Vampire Killers. Letzterer war auch nicht gerade der Ritt auf der unterhaltungstechnischen Kanonenkugel, aber immerhin doch unterhaltsam und nicht ärgerlich. Auch irgendwelche wirklich tollen Geschichten hinter der Geschichte Filme gab es schon, hätte der Regisseur sich nicht von da etwas abschauen können, anstatt nur die abgelutschten Effekthaschereien aus Matrix und CSI?

Ich empfehle: Nicht reingehen, schon gar nicht mit 3-D Zuschlag!

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Gelimerickt

Inspiriert von Herrn Bee, dessen Blog ich an dieser Stelle lob- und anpreisen möchte, hab ich mich heute nach langer Zeit wieder mal an einem Steckenpferd meiner Jugend versucht, dem Limericken. Und, jetzt kommt der eigentliche Nebensatz, ich stelle fest man kommt schnell wieder rein (wenn man erst einmal auf einen Ortsnamen kommt… :roll: )

Die kleine Verena aus Landshut
glänzt vorwiegend durch ihre Anmut
jedoch bei der Arbeit
-sie arbeitet Gleitzeit-
da sollte sie besser mal rantun.

Der kleine Joaquin aus Bel Air
der hatte so ein laissez-faire
er ließ seine Sachen
von andren nur machen
etwas selbst zu tun fiel ihm schwer.

Klein Johnny von den Channel Islands
Der fragt sich “warum soll ich eilends
von hier nach da drüben?
Ich bleib lieber hüben,
und pflege die Kunst des Verweilens.”

Die Amelie aus Illertissen
die wollt’ alles stets besserwissen.
wusst’s einer genauer
und war damit schlauer,
heulte sie des nachts in die Kissen.

Der rüstige Konrad aus Runkel
der saß abends gerne im Dunkel
Er fand das ganz toll.
Fragte wer was das soll,
dann sprach er “Was denkst du? Ich munkel.”

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Früher war mehr Pogo

Empörung. Ich vermisse sie. Bei meinen Mitmenschen, nicht bei mir; ich bin voll davon. Der Anblick von Couch Potatoes, denen höchstens noch leichte Verpixlung oder Artefaktbildung auf der neu erworbenen Blu-Ray die Zornesröte ins Gesicht und eine saftige Ein-Stern Reznsion ins Amazon-Profil treibt („Siehste? Da? Bei 2.19 der Angora Pullover? Völlig unschaft. Und da? Die Cirrus Wolke bei 23:16, nur ein weißer Fetzen… und das nennt sich dann HD!“) , und die Erinnerung daran daß diese Menschen früher gröhlend gegen alles aufmarschiert sind was eine Bundesrgierung überhaupt beschließen konnte, gegen Kapitalismus, gegen Überwachung und Volkszählung.

Miss Ellie* ist ein gutes Beispiel. Gut, sie hat gerne mit Grethe* DiscoFox getanzt, und auch ihre Robo-Dance Verrenkungen passten nicht so ganz zu „We don’t need this Fascist Groove Thang“ von Heaven 17 oder dem „Mussolini“ von DAF. Aber ein Wiedersehen mit ihr war dann doch sehr ernüchternd. Wir brauchen mehr Europa meint sie, und sie würde mich auch gerne mal bei Facebook befreunden, und dann hat sie mir ihr neues Auto gezeigt und dann kam ihr neuer Freund dazu, der keine Ausländer mag, was sich jedoch ganz gut trifft, denn Miss Ellie mag mittlerweile auch keine Ausländer mehr. Darüber Aufklärung zu leisten daß Ellie früher keinen rangelassen hat der nicht deutlich dunkelhäutiger war als ihr mittel-bis nordeuropäisch sommergesprosster Stecher, dazu hatte ich dann und dort keine Lust. Das schreib ich vielleicht mal bei Facebook rein.

Irgendwie kam der Niedergang meiner Generation, als der Eiserne Vorhang verschwand. Meine Versuche Ersatz aus Bleibändern und Goldkanten alter Gardinen zu schaffen sind leider kläglich gescheitert. Ist noch jemandem aufgefallen daß die Flohmärkte auch immer weniger werden? Zsa Zsa Gabor hat sich ja angeblich ein Kostüm daraus nähen lassen, also aus dem Eisernen Vorhang. Vielleicht schicke ich ihr meinen Eigenbau auch, aber nur wenn sie das Porto übernimmt.

* die Namen wurden schon vor Jahrzehnten von der Redaktion geändert

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